Katar kauft US-Kampfjets für zwölf Milliarden Dollar

Erst noch warf der US-Präsident Katar vor, Terrororganisationen zu unterstützen. Dennoch werden die USA 36 Kampfflugzeuge ins Golfemirat exportieren.

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Ungeachtet der schweren diplomatischen Krise am Golf haben die USA den Verkauf von Kampfjets vom Typ F-15 an Katar besiegelt. Verteidigungsminister James Mattis unterzeichnete am Mittwoch eine entsprechende Vereinbarung mit dem katarischen Kollegen Khalid al-Attiyah.

Das Golfemirat Katar zahlt dafür insgesamt 12 Milliarden US-Dollar. Hersteller Boeing lehnte eine Stellungnahme ab. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge handelt es sich um insgesamt 36 Maschinen.

Der Verkauf der Kampfjets war bereits seit längerem vorbereitet worden. Das Aussenministerium in Washington gab im vergangenen November dafür grünes Licht. Der Vollzug des Geschäfts kommt nun aber zu einem Zeitpunkt, an dem sich die diplomatischen Spannungen zwischen Katar und anderen arabischen Staaten dramatisch verschärfen.

Verkauf trotz Terrorgefahr

Saudiarabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und andere Staaten hatten Anfang Juni ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen, den Luftverkehr gestoppt und die Grenzen geschlossen. Damit ist das Golfemirat isoliert.

Die arabischen Staaten beschuldigen Katar, Terrororganisationen wie dem sunnitischen Islamischen Staat (IS) zu helfen. Auch US-Präsident Donald Trump warf Katar noch am Freitag vor, den Terrorismus zu unterstützen.

Routinebesuch mit Schiffen

Nebst der militärischen Unterstützung ist für heute der Besuch zweier US-Kriegsschiffe in Katars Hauptstadt Doha geplant. Dabei handle es sich um einen Routinebesuch, sagte ein Sprecher der 5. US-Flotte der Nachrichtenagentur AP. Die staatliche Nachrichtenagentur Katars beschrieb die Präsenz der Schiffe unterdessen als Teil einer «gemeinsamen Übung» mit der katarischen Marine.

Die Krise zwischen Katar und seinen arabischen Nachbarländern hat die USA in eine schwierige Lage gebracht. US-Verteidigungsminister James Mattis sagte, Katar bewege sich «in die richtige Richtung». Aussenminister Rex Tillerson forderte alle Golfstaaten auf, vereint zu bleiben. Trump hingegen kritisierte wiederholt, Katar finanziere Terrorismus «auf sehr hoher Ebene».

Die USA unterhalten in Katar einen grossen Stützpunkt mit 10'000 Soldaten. Auf die Frage von Senatorin Elizabeth Warren, ob der diplomatische Streit US-Militäroperationen beeinträchtige, sagte Generalstabschef Joseph Dunford, dies sei nicht der Fall. (chk/sda)

Erstellt: 15.06.2017, 05:43 Uhr

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