Gefahr droht Keller-Sutter höchstens aus ihrer Heimat

Die Favoritin der FDP für die Nachfolge von Johann Schneider-Ammann ist gestartet.

Machte heute dem Rätselraten um ihre Bundesratsambitionen ein Ende: Karin Keller-Sutter. Video: Tamedia

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Ja, sie will. Mit einer professionell inszenierten Präsentation hat Karin Keller-Sutter ihre Kandidatur für die Nachfolge von Johann Schneider-Ammann lanciert. Der Auftritt der Ständeratspräsidentin war makellos: eine Aufzählung eigener Vorzüge, versehen mit einer Prise Demut, die Bundesratskandidaten gut ansteht. Nicht zu unterschätzen ist auch das perfekte Französisch der ausgebildeten Dolmetscherin, mit dem sie in der Romandie punktet. Kritik war gestern denn auch nicht zu hören.

Das war im Juli vor einem Jahr anders, als die Tessiner FDP Ignazio Cassis als Kandidaten präsentierte: Sofort wurden der Einervorschlag aus der Südschweiz sowie Cassis’ Nähe zu den Krankenkassen bemängelt. Der Tessiner schaffte die Wahl trotzdem. Was also soll bei Keller-Sutter schieflaufen? Nicht viel, ist man geneigt zu sagen – trotz aller Unwägbarkeiten von Bundesratswahlen. Gefahr droht am ehesten, wenn für die CVP, die ihren Sitz vor der FDP besetzt, der Ostschweizer Benedikt Würth gewählt wird. Dann wäre Keller-Sutters Herkunft plötzlich ein Problem.

Im Moment sieht es jedoch nicht nach diesem Szenario aus. Keller-Sutter startet wie Cassis als Favoritin, und wie der Tessiner war auch sie bei den Bundesratswahlen 2010 vergeblich angetreten. Beides ist kein Nachteil, zumal Keller-Sutter vor acht Jahren aus einer gänzlich anderen Position ins Rennen stieg: Damals war sie Regierungsrätin, die in den Jahren davor mit SVP-Justizminister Christoph Blocher für eine härtere Asylpolitik geworben hatte. Entsprechend fehlten ihr die Hausmacht im Parlament und die Unterstützung der Linken.

Unterdessen hat sich Keller-Sutter auf wirtschafts-, auf sozial- und europapolitische Themen spezialisiert und ist politisch in die Mitte gerückt. Dank dieses Wandels, den sie bei ihrer Präsentation erwähnte, ist sie nun auch für die Linke wählbar. Tatsächlich können es sich SP und Grüne nicht ein zweites Mal leisten, die FDP-Frau zu verschmähen. Ihre Forderung nach mehr Frauen im Bundesrat würde ansonsten komplett unglaubwürdig.

(Redaktion Tamedia)

Erstellt: 09.10.2018, 21:31 Uhr

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