Laptop-Explosion verletzt Nationalrats-Vizepräsidentin

Marina Carobbio hatte einen Unfall mit einem Notebook der Parlamentsdienste. Es ist nicht das erste Mal, dass diese Probleme bereiten.

Musste einen Arzt aufsuchen: Nationalrätin Marina Carobbio (SP). Foto: Peter Schneider (Keystone)

Musste einen Arzt aufsuchen: Nationalrätin Marina Carobbio (SP). Foto: Peter Schneider (Keystone)

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Anfang letzter Woche explodierte der Akku im Laptop der Tessiner Vizepräsidentin des Nationalrates, Marina Carobbio (SP). Sie erlitt so schwere Verletzungen, dass sie einen Arzt aufsuchen musste. Die Parlamentsdienste bestätigen den Unfall. Beim Laptop handelt es sich um ein Gerät namens Zbook der Firma HP, das Carobbio von den Parlamentsdiensten zur Verfügung gestellt wurde.

Das defekte Gerät werde in einem spezialisierten Labor untersucht, schreiben die Parlamentsdienste auf Anfrage. Je nach Ergebnis der Untersuchungen werde es weitere Empfehlungen zum Umgang mit den Geräten geben. Gemäss Adrian Müller, dem Chef von HP Schweiz, handelt es sich um den ersten Vorfall dieser Art. Seiner Meinung nach gehe deshalb von den eingebauten Akkus keine weitere Gefahr aus.

Doch das Problem ist nicht neu: Bereits im Januar musste HP Laptops zurückrufen, deren Akkus sich selbst entzünden können. Gemäss schriftlicher Auskunft von HP habe es sich jedoch um andere Akkus gehandelt als jene, die in den Laptops der Parlamentarier verbaut sind.

Akku verbiegen sich

Probleme mit den Laptops der eidgenössischen Räte gibt es seit langem. Nationalratspräsident Dominique de Buman (CVP, FR) sagt, die Laptops seien häufig ein Thema bei den Parlamentariern. Es gebe einige Mitglieder des Parlamentes, die damit Probleme gehabt hätten. Er selber musste den Akku ersetzen lassen, weil er so heiss geworden sei, dass er sich gebogen habe. So ein Vorfall dürfe sich nicht noch einmal ereignen, sagte de Buman gestern.

Die Parlamentsdienste haben die Ratsmitglieder, die ein HP-Notebook gleichen Modells besitzen, kontaktiert und gebeten, die Akkus bei der Informatik der Parlamentsdienste ersetzen zu lassen. Pikant ist der Unfall auch, weil diesen Monat die Ausschreibung für die Bestellung von neuen Laptops für die Bundesverwaltung gestartet worden ist. Auch HP beteiligt sich daran.

(Redaktion Tamedia)

Erstellt: 10.10.2018, 19:41 Uhr

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