Frey höflicher empfangen als damals die Schweizer

Michael Frey ist am Donnerstagnachmittag in Istanbul gelandet. Am Flughafen jubeln dem von Polizisten begleiteten Stürmer erste Fenerbahce-Fans zu.

Von Polizisten begleitet und Fans bestürmt: So wird Michael Frey nach seinem Wechsel vom FCZ zu Fenerbahce in Istanbul empfangen. Video: Tamedia/Instagram

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Der 16. November 2005 ist jedem Schweizer Fussball-Fan in unschöner Erinnerung geblieben. Damals trug die Nationalmannschaft am Bosporus ihr Barrage-Rückspiel für die WM 2006 in Deutschland aus. Die Partie ging als «Schande von Istanbul» in die Geschichte ein. Das Schweizer Team verlor zwar 2:4, qualifizierte sich dank der Auswärtstorregel nach dem 2:0-Sieg im Hinspiel in Bern doch für die WM-Endrunde. Nach dem Schlusspfiff mussten die Schweizer vom Rasen flüchten, da sie von türkischen Spielern attackiert wurden. Unterwegs in die Garderobe griffen auch Sicherheitskräfte, Funktionäre und Ersatzspieler die Gästemannschaft und deren Staff an. Der damalige Nationalcoach Köbi Kühn sprach von einer «Verfolgung bis in die Kabine».

Die «Schande von Istanbul» hatte bereits zwei Tage zuvor begonnen, als die Schweizer Delegation in der türkischen Grossstadt angekommen war. Bereits kurz nach der Landung auf dem Atatürk-Flughafen war ein Spruchband mit der Aufschrift «Welcome to Hell» (Willkommen in der Hölle) zu sehen. Die Spieler und Betreuer wurden bei der Passkontrolle schikaniert. Sie mussten sich in die normale Kolonne stellen und rund eineinhalb Stunden gedulden. Danach verging rund eine Stunde, bis die Schweizer ihre Koffer entgegennehmen konnten. Kuhn bezeichnete dies als «absolute Respektlosigkeit». Der Gang durch den Flughafen wurde für alle zum Spiessrutenlauf. Türkische Flughafenangestellte sangen Schlachtgesänge und Fans hielten bei der Gepäckausgabe – wo sonst nur Passagiere hinkommen – Transparente in die Höhe, auf denen Sprüche unter der Gürtellinie wie «Hurren Son Frei» oder «Hurren Kinder» standen. Während der Fahrt zum Hotel wurde der Bus der Schweizer mit Eiern, Tomaten und Steinen beworfen.

Beide Daumen hoch

Michael Frey wurde am Donnerstagnachmittag am Bosporus wesentlich anders empfangen als Alex Frei und seine Nationalteam-Kollegen vor fast 13 Jahren. Nachdem der Wechsel des Stürmers vom FC Zürich zu Fenerbahce doch noch zustande gekommen ist, hat er sich nach Istanbul aufgemacht. Am Flughafen begleiten gleich drei Polizisten den 24-jährigen Schweizer durch die Gänge. Zwei Fans nutzen die Gunst der Stunde, um gleich ein Selfie mit dem Profi zu machen, dessen Transfer in die türkische Süper Lig dem FCZ rund drei Millionen Euro einbringt.

Weitere Anhänger des Istanbuler Clubs erkennen Frey ebenfalls sofort und jubeln ihm zu. Das gefällt dem Berner sichtlich und er geniesst den Rummel um seine Person. Zwischendurch posiert er kurz vor den Foto- und TV-Kameras und streckt beide Daumen in die Höhe. Beim Verlassen des Flughafens wird der Neuankömmling von Journalisten und Fans regelrecht bestürmt. Von einem solch zuvorkommenden Empfang konnten die Schweizer am 14. November 2005 nur träumen.

So war Frey's Ankunft eben nicht:

(ddu)

Erstellt: 23.08.2018, 19:00 Uhr

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