Stets unberechenbar – der FCZ und sein Problemfall Frey

Sowohl der FC Zürich als auch Stürmer Michael Frey haben viel zu verlieren.

Auch neben dem Fussballplatz unberechenbar: Das ist die grösste Schwäche von FCZ-Stürmer Michael Frey.

Auch neben dem Fussballplatz unberechenbar: Das ist die grösste Schwäche von FCZ-Stürmer Michael Frey. Bild: Christian Merz/Keystone

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Die grösste Stärke des Fussballers Michael Frey ist seine Unberechenbarkeit. Manchmal verspringen ihm drei Bälle innert fünf Minuten so, dass niemand mehr etwas von ihm erwartet. Nur, dass er dann mit einem spektakulären Tor den Match entscheidet.

Die grösste Schwäche des Fussballers Michael Frey ist seine Unberechenbarkeit. Geht etwas nicht nach seinem Kopf, ist er nur noch schwer zu kontrollieren. Das erleben sie gerade beim FCZ. Der Club hat seinen besten Stürmer der vergangenen Saison aus der Mannschaft genommen. Der Entscheid gilt sicher für diese Woche. Frey fehlt am Sonntag beim Klassiker gegen Basel.

Grund für die Unruhe ist Freys geplatzter Transfer. Der 24-Jährige wollte zu Fenerbahce. Der Wechsel scheiterte, weil der FCZ die Verhandlungen abbrach. Der Istanbuler Club habe «Deadlines» nicht eingehalten, begründeten die Zürcher. Und wegen des bald schliessenden Transferfensters sei es sportlich und terminlich nicht vertretbar, die Verhandlungen weiterzuführen.

Frey hätte deshalb am vergangenen Samstag mit dem FCZ im Cup gegen Concordia Basel spielen sollen, fehlte dann aber im Aufgebot. Der Angreifer sei wütend über den geplatzten Wechsel und habe sich darum geweigert, im Cup zu spielen, berichtet der «Blick». Der FCZ reagierte mit der Suspendierung. Sportchef Thomas Bickel sagt, dass sich die Mannschaft mit Frey nicht ruhig auf das FCB-Spiel vorbereiten könne, da der Spieler mental nicht in der richtigen Verfassung sei.

Frey hat seinen Stammclub YB vor einem Jahr im Unfrieden verlassen. Und es ist auch beim FCZ nicht das erste Mal, dass er für Unruhe sorgt. Bereits im April war der Grossverdiener mit einem geschätzten Lohn von 500’000 Franken von Trainer Ludovic Magnin nach einem Vorfall im Training suspendiert worden. In seinen folgenden vier Einsätzen erzielte Frey dann sechs Tore. Beim Cupsieg gegen YB traf er auch noch.

Ob der Stürmer nun wieder realisiert, wem er mit seinem Vertrag bis 2021 vor allem verpflichtet ist? Der FCZ hatte Gründe, die Transferverhandlungen abzubrechen. Er sollte jetzt dem Zwängeln nicht nachgeben, sofern er in Frey nicht einen unbelehrbaren Problemfall sieht. Der Stürmer jedenfalls hat mindestens so viel zu verlieren wie der Club. Spielt und verhält er sich nicht dauerhaft anständig, wird sein Marktwert rasant sinken.

Erstellt: 22.08.2018, 08:45 Uhr

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