So zufrieden sind Zürcher Teenies mit sich selbst

Zu dick? Zu dünn? Angst? Die Stadt hat Sekundarschüler zu ihrem Befinden befragt. Eine Entwicklung bereitet ihr besonders Freude.

Die Figur ist wichtig: Obwohl Mädchen gemäss Body-Mass-Index normal- oder gar untergewichtig sind, möchten viele schlanker sein.

Die Figur ist wichtig: Obwohl Mädchen gemäss Body-Mass-Index normal- oder gar untergewichtig sind, möchten viele schlanker sein. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Es sei nur ein kleiner Teil der Zürcher Jugendlichen, schreiben die Schulgesundheitsdienste heute in ihrer Mitteilung, aber dieser Teil weise «klare Risiken» auf. Konkreter: 17 Prozent hätten Hinweise auf Angststörungen, 16 Prozent auf Depressionen. Und jeder zehnte Zürcher Teenie sei zudem mit seinem Leben nicht zufrieden, jeder zwanzigste gibt an, keine Freunde zu haben.

Die Zahlen stammen aus der jüngsten Gesundheitsbefragung, welche die Stadt Zürich im vergangenen Jahr durchgeführt hat. Dabei befragten sie durchschnittlich 14-jährige Jugendliche aller 2. Sekundarklassen. Deutlich öfter betroffen sind Mädchen. Jedes fünfte Mädchen hat Angststörungen beziehungsweise Depressionen. Bei den Knaben sind es nur etwas mehr als jeder zehnte. Diese Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind neu. Bei den beiden vorherigen Befragungen in den Jahren 2007 und 2012 konnte man diesen Unterschied zwischen den Geschlechtern noch nicht feststellen.

Die Zahlen deuten auf Handlungsbedarf hin. Die Stadt will zum Thema Angst und Depression ein Projekt lancieren. «Depression ist immer noch ein Tabuthema», sagte Matthias Obrist, Leiter des Schulpsychologischen Dienstes der Stadt Zürich. Ziel sei es, die Jugendlichen möglichst früh dazu zu bringen, offen über diese Themen und allfällige Probleme zu sprechen. Es sei wichtig, möglichst früh eine mögliche Gefährdung zu erkennen, wird Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP) zitiert. Aber: «Auffälliges Verhalten und Krisen sind normale Phänomene des Jugendalters.»

Jede Zweite möchte schlanker sein

Insgesamt ist man bei der Stadt mit dem Resultat der Befragung zufrieden. Sie seien sogar «grösstenteils erfreulich». So schätzten 94 Prozent der Jugendlichen ihre Gesundheit und 81 Prozent ihre Gefühlslage als gut bis ausgezeichnet ein. In den vergangenen 10 Jahren habe besonders der Anteil Jugendlicher zugenommen, der mit der Schulsituation zufrieden sei. 2007 war es noch etwas mehr als jeder vierte Schüler, heute jeder dritte.

Eine wichtige Rolle spiele für die befragten 14-Jährigen ihre Figur. Jedes zweite Mädchen möchte schlanker sein, obwohl sie aufgrund ihres Body-Mass-Index normal- oder gar untergewichtig ist. Die Knaben sind mit ihren Muskeln häufig unzufrieden. Drei von vier wären gerne kräftiger. «Erfreulich ist, dass sich der Anteil der Mädchen, welche ihr Körpergewicht als ‹gerade richtig› bezeichnen, in den letzten 10 Jahren von 39 auf 47 Prozent erhöht hat», heisst es in der Mitteilung weiter. (sip)

Erstellt: 01.11.2018, 11:35 Uhr

Artikel zum Thema

Sind wir noch normal?

Michèle & Friends Ob Schule, Büro oder Medien, psychische Erkrankungen gehören zum Alltag – und kaum einer scheint mehr der Norm zu entsprechen. Zum Blog

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Kommentare

Werbung

Weiterbildung

Ausbildung & Weiterbildung Finden Sie die passende Weiterbildung Technischer Kaufmann, Deutsch lernen, Coaching Ausbildung, Präsentationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung

Die Welt in Bildern

Ungewisse Zukunft: Ein Indischer Fischer wartet in einem Gefängnis in Karachi, Pakistan auf seine Bestrafung. Er wurde gemeinsam mit elf weiteren Männern von der Marine aufgegriffen, als sie versehentlich in pakistanischem Hoheitsgebiet unterwegs waren. Indien und Pakistan nehmen regelmässig Fischer des jeweils anderen Landes fest, da die Territorien im Meer nicht klar abgegrenzt sind. (18. November 2018)
(Bild: SHAHZAIB AKBER) Mehr...