Weshalb die Brandruine so lange gesperrt blieb

Am Zürcher HB schweben bald Brandermittler über der Ruine. Ein Betreten wäre schlicht zu gefährlich.

Drohnenaufnahmen zeigen das verbrannte Innenleben der teilweise ausgebrannten Gebäude. Video: Tamedia/SDA

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Am 25. August brannten die Liegenschaften am Bahnhofplatz 1 und Bahnhofquai 9 bis 15 nieder. Als das Feuer ausbrach, wurde an der Liegenschaft gebaut. Dabei wurde unter anderem die Decke neu betoniert. Aufgrund des Feuers krachte sie herunter und riss weitere Stockwerke mit sich. Die Brandursache ist weiterhin unklar, denn bis heute, knapp sieben Wochen nach dem Brand, konnten die Brandermittler der Kantonspolizei die Ruine noch nicht betreten. Es wäre zu gefährlich gewesen. Bislang konnte einzig die Aussenhülle so gesichert werden, dass im öffentlichen Bereich des Gebäudes keine Trümmer herabstürzen können.

Jetzt wird der Weg Schritt für Schritt frei gemacht. Eine zentrale Rolle spielt dabei ein Baukran. Dieser wäre eigentlich bereits im Innenhof vor Ort, doch das Feuer hat den Ausleger des Krans derart stark beschädigt, dass er nicht mehr verwendet werden kann. Die Eigentümerschaft des Gebäudes musste nicht nur zusammen mit verschiedenen beteiligten Behörden ein Aufräumkonzept ausarbeiten, sie musste auch einen neuen Ausleger für den Kran beschaffen. Diese Arbeiten dauerten fast sieben Wochen.

Ermittler schweben über Brandruine

Sobald der Baukran einsatzfähig ist, wird er eine besondere Last tragen. Weil der Zutritt zur Ruine auch für die Brandermittler der Kantonspolizei zu gefährlich ist, soll er sie auf eine Plattform über den entsprechenden Gebäudeteil am Bahnhofplatz heben. So können die Beamten ermitteln, ohne dass sie auf einen Gebäudeteil treten müssten, der einstürzen könnte. Ob und bis wann die Brandursache geklärt werden kann, ist gemäss Marco Cortesi, Mediensprecher der Stadtpolizei Zürich, noch unklar.

Erst wenn die Polizei die Brandruine freigebe, könne mithilfe des Krans damit begonnen werden, Trümmer wegzuräumen und die Statik des Gebäudes zu sichern, sagt Cortesi.

Fassade soll aussehen wie vorher

Der Ausleger des Baukrans wird am kommenden Sonntag ersetzt und der Kran dann für die Aufräumarbeiten eingesetzt, wie der zuständige Asset Manager der Eigentümerschaft des Gebäudes auf Anfrage bestätigt. Zudem kämen auch noch weitere Hebebühnen zum Einsatz, die Bauteile wegtransportieren.

Gemäss einer am Mittwochabend verschickten Medienmitteilung der Besitzerin der Liegenschaft sollen diese Aufräumarbeiten voraussichtlich bis zum kommenden Februar dauern. In der Folge soll die denkmalgeschützte Fassade erhalten bleiben und das Gebäude im bisherigen Erscheinungsbild wieder aufgebaut werden. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.10.2018, 17:40 Uhr

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