Zürich steuert auf «massive Hotel-Überkapazität» zu

In der Innenstadt entsteht ein neues Hotel. Dem Hotelierverband wirds langsam zu viel: Er befürchtet sinkende Preise.

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Der Hotelboom in Zürich geht weiter: Am 28. Juli wird das Motel One an der Brandschenkestrasse im Selnauquartier mit rund 400 Zimmern eröffnet. Bereits am 1. April hatte das 25hours an der Langstrasse mit 170 Zimmern seinen Betrieb aufgenommen. Zudem soll in Altstetten im November 2018 das neue Hotel a-ja City Resort mit 320 Zimmern eröffnet werden. Das Resort ist an der Vulkanstrasse untergebracht, direkt hinter dem Bahnhof Altstetten. Bauherrin ist eine Anlagegruppe der Credit Suisse. Alle drei Hotels liegen im mittleren Preissegment.

Nun ist am Talacker 42 bei der Sihlporte im Kreis 1 ein weiteres, neues Hotel geplant. Ab August wird das denkmalgeschützte Haus saniert und umgebaut. Bauherrin ist eine Tochterfirma der UBS Fund Management. Bis jetzt waren in den oberen Stockwerken Büros untergebracht, im Erdgeschoss Ladenlokale, darunter der Übergrössen-Kleiderladen Bovet.

Noch zwei Rekurse hängig

Die Bauausschreibung im «Tagblatt» war im Januar erfolgt: «Umbau und Umnutzung von Geschäftshaus in Hotel». Zudem soll im Erdgeschoss eine Bar mit Aussensitzplätzen entstehen. Zum konkreten Hotelbetrieb will sich eine UBS-Sprecherin nicht äussern, solange das Baubewilligungsverfahren noch hängig ist.

Laut einem Sprecher des Hochbaudepartements ist das Bauprojekt in der Zwischenzeit von der Bausektion des Stadtrats bewilligt worden. Es seien beim Baurekursgericht jedoch noch zwei Rekurse hängig, weshalb man zum Projekt nicht mehr sagen könne.

Massive Überkapazität

Laut Martin von Moos, Präsident vom Zürcher Hotelierverband, steuert die Region Zürich auf eine massive Überkapazität zu. So kommen zu den rund 13’000 Hotelzimmern im Grossraum Zürich bis ins Jahr 2019 noch weitere 2500 Zimmer dazu: «Ich glaube nicht, dass das Übernachtungsvolumen ebenfalls in dieser Grössenordnung steigt. Der Preisdruck auf die Hotels steigt.» Es werde eng für etliche Hotels, so von Moos.

Er glaubt nicht, dass die Investitionen in den Hotelbereich langfristig rentieren werden. Aber momentan sei auf dem Immobilienmarkt ein Anlagenotstand. Deshalb werde in Hotelprojekte investiert. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 19.06.2017, 16:18 Uhr

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