Waffengeil

Bruce Willis übt als Arzt in «Death Wish» Selbstjustiz. Und schiesst sich damit selbst ins Knie.

Für die Rache: Ein Chirurg (Bruce Willis) greift zur Pistole.

Für die Rache: Ein Chirurg (Bruce Willis) greift zur Pistole.

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Ein Werbespot für die amerikanische Waffenlobby NRA gefällig? Bitte sehr: Im Neuaufguss von «Death Wish» werden ein gefühltes Dutzend Schiesseisen ausführlich präsentiert und von einer leicht bekleideten Verkäuferin im Waffenshop als 100 Prozent amerikanisch beschrieben. Das dürfte Donald Trump wie Balsam runtergehen und imponiert auch dem Notfallchirurgen Paul Kersey (Bruce Willis), der sich entscheidet, mit einer Glock-17-Pistole und einem halbautomatischen AR-15-Gewehr ins Selbstjustiz-Gefecht zu ziehen.

Kersey war nicht zu Hause, als seine Frau (Elizabeth Shue) von Einbrechern getötet wurde und seine Tochter (Camila Morrone) wegen schwerer Verletzungen ins Koma fiel. Da Kersey die Polizeiermittlungen zu lasch erscheinen, lernt er mittels Youtube-Videos mit Waffen umzugehen und räumt dann als Kapuzenmann in seiner Chicagoer Nachbarschaft auf – wenn nötig mittels Folter.

«Death Wish» von Eli Roth ist ein Remake des gleichnamigen Films mit Charles Bronson von 1974. Die Handlung wurde von New York nach Chicago verlegt, der Architekt wurde zum Arzt, die Message bleibt dieselbe: Ein Mann ist eine Null, wenn er seine Familie nicht verteidigen kann. Nach den jüngsten Schulmassakern in den USA wirkt diese Faustrecht-Durchsage jedoch wie blanker Hohn. Da helfen auch sanfte Modernisierungen nichts, wenn Radiomoderatoren zur kontroversen Debatte aufrufen oder sich Kommentatoren für und gegen den Racheengel aussprechen.

Und Bruce Willis? Selten hat man diesen Mann fürs Grobe («Die Hard») so uninspiriert, ja desinteressiert durch die Gegend schlurfen sehen. Spannung kommt im Film kaum auf, geschweige denn so etwas wie Mitgefühl (oder Abscheu) gegenüber der Hauptfigur. Was bleibt, ist ein ärgerliches Machwerk.

In diversen Kinos (Züritipp)

Erstellt: 13.03.2018, 08:55 Uhr

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